• Mieter_innenversammlung von MHM in Wilhelmsburg

    Der Verein Mieter helfen Mietern macht am Donnerstag dem 5.11. um 18.30Uhr eine Mieterversammlung im Bahnhofsviertel in der St. Raphael Gemeinde für die MieterInnen dort. Es geht konkret um Feuchtigkeit und Schimmel in den Wohnungen. Wer dort wohnt sei auch von unserer Seite ermutigt, zu der Versammlung zu gehen.

    Denn: "nur wer über Rechte bescheid weiß, kann diese wahrnehmen" und genauso: "Wer sich zusammen tut, hat eine größere Schlagkraft"!

  • Hamburgs HotSpots

    Wer sich in Hamburg auch nur am Rande mit Stadtentwicklung beschäftigt, dem kann nicht verborgen geblieben sein, dass es schon eine Weile recht hoch hergeht. Ein Umstrukturierungsfestival auf der Elbinsel, ein letztes Stück Hamburger Altstadt kurz vor dem Abriss, eine weitere Kunst-Zwischennutzung auf der Abschussliste, Goldgräberstimmung für Investoren auf St. Pauli - und jede Menge Initiativen und Gruppen, die Sturm dagegen laufen. Die hamburgweite Vernetzung ist stark wie selten, Gentrification ist in aller Munde und die Leute sind aufgewacht. Höchste Zeit, dass man die Phänomene einmal verortet, um den Überblick zu behalten. Das ist jetzt dankenswerter Weise in Form einer GoogleMaps-Karte geschehen:

    Link zur Karte

    Hamburg HotSpots

    Die Karte ist editierbar, hoffentlich schreiben und markern viele Leute am "Stadtbild" Hamburgs mit!

  • große begeisterung über die neuen schwimmbad-planungen im gartenschau-park

    die örtlichen medien berichteten freudig, die parteien jubelten: ein bestehendes schwimmbad soll beseitigt werden und mit derselben ausstattung im ‚volkspark des 21. jahrhunderts’ neu aufgebaut werden.

    da stellt sich doch die frage: warum solch großer jubel? und vor allem: welchen sinn macht es, ein funktionierendes stück infrastruktur zu beseitigen, nur um es neu bauen zu können?

    offenbar geht es darum, ein vorzeigeprojekt zur privatisierung öffentlichen grünraums durchzuexerzieren.

    das war zunächst schwierig. denn die bäderland-gmbh war nicht interessiert, auf eigene kosten ein bad abzureißen und ein gleichwertiges neu zu bauen. da mußte die iba-gmbh nachhelfen: sie finanziert das neue bad jetzt mit. aus mitteln, die eigentlich für das promoten der ‚klimahäuser’ haulander weg gedacht waren. das wird nun – autobahnplanung sei dank – wie so viele andere iba-projekte nix, weswegen geld über war.

    die behörde für stadtentwicklung und umwelt (bsu) möchte bekanntlich ihren vorzeige-aufwertungsstadtteil durch ihre eigene symbolträchtige anwesenheit erhöhen. die neue behörde war in den planungen mal größer (als man noch auf fremdfinanzierung per investor hoffte), mal kleiner (als absehbar wurde, daß mangels interesses die bsu selber bauen muß), zuletzt wieder größer. nämlich genau so groß, daß der außenbereich des bestehenden bades überbaut würde. das bad nur auf den hallenbereich zu reduzieren, stieß erwartetermaßen auf widerstand im stadtteil. als lösung stand nur der totale neubau im raum. so wurde durch künstliche und bedarfslose planungen eine neubaunotwendigkeit des schwimmbads erzeugt.

    dieses wird dann in den neuen 'volkspark' hineingeplant. mit viel zum bad hinzugezäuntem außenbereich.

    denn darum gehts: einzäunen und eintritt nehmen. die nachhaltige zukunft der hamburger grünanlagen. dazu wurde ein neues naturgesetz erlassen: öffentliche grünanlagen können nicht mehr öffentlich finanziert werden. wir wissen ja alle: das geld ist einfach nicht mehr da. (sondern wird für elbphilhamonien oder banken gebraucht...)

    da muß nun also eine akzeptanzförderungsstrategie für das neue in-wert-setzen des öffentlichen grüns her. also ein 'guter' investor muß den ersten zaun ziehen, für ein projekt, das alle wollen. dann können langsam andere folgen, mit vorhaben, die weniger allgemeine bedürfnisse bedienen. openairbühnen werden ins gartenschaugelände geplant. über die zäune, die da (wirtschaftlich) notwendigerweise dazugehören, wird nicht gesprochen.

    also liebe leute, vor lauter schwimmbad-begeisterung bitte nicht vergessen zu bedenken, worum es eigentlich geht. die gartenschau macht experimente für die zukunft (ehemals) öffentlicher grünanlagen in zeiten des neolioberalismus. dazu wurde auch von gartenschau-gmbh und bsu ein fachkongreß 'GRÜN . MACHT . GELD' ausgerichtet. dabei ging es u.a. darum, per ‚qualitätsoffensive’ aus grünanlagen ‚leistungsträger’ zu machen, die sich am markt plazieren. die gartenschau soll eine dazu passende praxis entwickeln.

    natürlich ist es kein naturgesetz, daß der öffentliche unterhalt und damit die öffentliche zugänglichkeit des öffentlichen raums keine zukunft mehr hat. dafür gibt es keine demokratische legitimation. wir müssen allerdings selber drauf aufpassen.

  • Eine Stimme aus dem Stadtteil zum aktuellen Dockville-Event

    Der erste Teil des Textes entspricht in Teilen einem Artikel der Antilärminitiative „Max. 60dB“, der dem Wilhelmsburger Insel-Rundblick zum Abdruck angeboten wurde, was dort allerdings abgelehnt wurde.
    (Wer die Aufregung über den Lärm für übertrieben hält, möge wenigstens die beiden folgenden Teile probieren.)

    Der 2. Teil weist auf Umwelt- und Naturschutzaspekte hin.

    Der 3. Teil widmet sich der Kinderarbeit.

    von Jörg v. Prondzinski

    1.

    Lärmschutzvereinbarungen für Großevents?
    Politik knickt ein

    Nachdem im letzten Jahr mehrere Großveranstaltungen in Wilhelmsburg im wahrsten Sinne des Wortes für Unruhe sorgten, wurden den lärmgebeutelten Wilhelmsburger BürgerInnen zweierlei Beruhigungsmittel verabreicht:

    Zum einen das Versprechen, dass Grünanlage hier nie mehr stattfinden würde. (Das war mit Abstand der extremste Lärmkracher – die entfernteste Beschwerde kam aus Neuengamme.)
    Und zum anderen wurde für die übrigen Veranstaltungen in diesem Jahr vom Bezirk ein Regelwerk festgelegt, an wieviel Tagen es wie lange wie laut sein darf.

    Der erste Punkt wird eingehalten (obwohl Grünanlage einige Zeit für den Veranstaltungsort Wilhelmsburg warb). Hier besteht allerdings die Vermutung, dass die Veranstaltung im letzten Jahr absichtlich aus dem Ruder gelassen wurde: Das Unerträgliche wird erträglicher, wenn etwas noch Unerträglicheres inszeniert wird, das dann aber dankenswerterweise wieder unterbunden wird.

    Beim 2. Punkt, dem Regelwerk wird es nun interessant:
    Gleich im ersten Anwendungsfall wurden diese Regeln wieder über den Haufen geworfen. Dockville verlangte längere Lärmzeiten, weil das Festval im genehmigten Rahmen angeblich nicht durchführbar sei.

    Auf der Regionalausschusssitzung am 9.6.09 wurde dem Wunsch von Dockville eilfertig gefolgt, auch nach 22 Uhr laut zu sein.

    Die Ini „Max. 60dB“ meint: Es kann nicht sein, dass ein Kompromiss aufgrund eines einseitigen Erpressungsversuchs sofort aufgekündigt wird! Politik sollte mehr sein, als nur die Legalisierungsmaschinerie kommerzieller Interessen; Dockville als angeblich so stadtteilfreundlicher Veranstalter entlarvt sich hiermit als rücksichtslos.

    Schon in den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Zulassung von Großlärmevents in Wohngebietsnähe generell als verfehlt bezeichnet werden kann. Versuche, die Veranstaltungen für die AnwohnerInnen dann mit Auflagen etwas erträglicher zu gestalten, sind regelmäßig an der Kreativität der Macher gescheitert.
    Open-Air-Events können gern stattfinden – an Orten, die geeignet sind. Also so, dass keine Unbeteiligten belästigt werden. Die Freiheit der einen endet bekanntlich da, wo die Freiheit der anderen eingeschränkt wird – üblicherweise ein wenig strittiger Grundsatz. Leider vielleicht nicht mehr ganz modern und auch nicht richtig IBAwürdig.
    Es gibt weder ein Grundrecht, (kommerziellen) Lärm zu machen, noch eine Grundpflicht, diesen so-und-so-oft zu ertragen.

    Die Lärm-Ini meint: Wenn solche Veranstaltungen neben hiesigen Wohngebieten – dann nur mit wirksamem Lärmschutz. Technisch wäre das möglich, würde aber Kosten verursachen.
    Müll wird auch nicht auf der nächstgelegenen Freifläche verbrannt (jedenfalls nicht legal), sondern in dafür bestimmten Anlagen mit Filtern. Event-VeranstalterInnen haben da seltsamerweise Sonderrechte, sie können wilde Landnahme betreiben und Unbeteiligte mit ihrem Ablärm belasten.

    Wenn es nun um die Frage geht, wie im konkreten Fall mit den neuen allgemeinen Regularien umgegangen wird, möchte Max. 60dB zunächst folgendes anmerken:

    a)Die Vereinbarung ist ein Kompromiss, der längst noch nicht für ausreichenden Lärmschutz sorgt. Kinder oder Schichtdienstleistende beispielsweise sollten auch vor 22 Uhr die Möglichkeit zum Schlafen haben.
    b)In der Vergangenheit liefen seitens der Veranstalter regelmäßig Erpressungsversuche, d.h. es wurden Fakten geschaffen, die dann angeblich nicht mehr zu korrigieren waren. So der Kartenverkauf vor Einreichen des Genehmigungsantrags, oder das Bewerben von größeren Veranstaltungen als genehmigt, oder die schlichte Behauptung, kleiner ginge es nicht.
    c)Veranstalter haben sich in der Vergangenheit grundsätzlich nicht an Regeln (Auflagen) gehalten – unabhängig davon, wieweit die Auflagen im Vorfeld schon aufgeweicht wurden. Während der Veranstaltungen war zudem ein Durchsetzen der Auflagen nicht möglich: Kontrollpersonal war entweder nicht durchsetzungsfähig (die vielen Gäste...) oder (am Wochenende!) nicht im Dienst. Offenbar folgte auf Verstöße schlimmstenfalls der Appell, es beim nächsten Mal besser zu machen.

    Wenn jetzt also wieder derartige Veranstaltungen genehmigt werden, ist es mindestens notwendig, die vereinbarten Regularien einzuhalten.

    Der grundsätzliche Zweck von Rechtsnormen ist ja, nicht jeden Konfliktfall einzeln auszuhandeln, sondern für alle gleichermaßen geltende Regeln zu haben, die für einen möglichst gerechten Interessensausgleich sorgen. So funktioniert ein Rechtsstaat.

    Wenn sich aber ein Unternehmen an Regularien stört und die Politik dann sofort Regelveränderungen durchsetzt, macht das ganze Regelsetzen keinen Sinn. Die gesetzten Grenzen sollen ja den Betrieb im Sinne der Allgemeinheit begrenzen – und nicht durch den Betrieb im Sinne der maximalen Verwertung gesetzt werden.
    Und seltsam: Regeln werden immer nur im Sinne der Gewerbetreibenden gelockert. Wenn AnwohnerInnen herausfinden würden, dass auch Lärm vor 22 Uhr nicht hinnehmbar ist – zu schärferen Lärmauflagen wird das sicher nicht führen.
    Alles ist verhandelbar – jedenfalls in eine Richtung.

    Das ganze jetzige Verfahren ist so, als würde zu bestimmten Zeiten das Passieren von Kreuzungen bei Rotlicht zugelassen werden. Oder genauer, als ob bestimmten Fuhrunternehmen ein bestimmtes Rotlichtfahrtenkontingent eingeräumt würde. Was dann einerseits zur Folge hätte, dass die Unternehmen natürlich zusätzliche Rotlichtfahrten fordern würden, und andererseits alle anderen auch bei Rot fahren würden, weil wenn es die einen dürfen...

    Das könnte allerdings auch alles so beabsichtigt sein. Schließlich leiden wir alle an Überregulierungen, wogegen bekanntermaßen nur Deregulierung hilft. Neoliberalismus wird das genannt (oder vielleicht auch: Zeitalter der Ellenbogen). Passt also zur allgemeinpolitischen Lage.
    Konkret für Wilhelmsburg gilt: Es ist jetzt schon zu laut zum Wohnen. Das zeigen auch die strategischen Lärmkarten, die im Auftrage der BSU (s.u.) errechnet wurden (www.laerm.hamburg.de). Bahn, Straßen und Hafen/Industrie sorgen jeweils für Grenzwertüberschreitungen in den Wohngebieten.
    Da Lärmreduktion offenbar kein politisches Ziel in dieser Stadt ist und somit auch nicht Auftrag der IBA ist (zumindest nicht für die Bestandswohngebiete), muss der Spieß nur umgedreht werden: Lärm ist positiv! Das Vergnügen kann gar nicht laut genug sein, einstmals störender Lärm wird überdeckt, alle werden von der Partylaune angesteckt – fröhlicher Konsum statt querulantischem Mäkeln ist die Perspektive. Dazu ist Dockville gut. Und das findet auch Unterstützung durch die IBA-GmbH.

    Dennoch: Max. 60 dB erwartet, dass Zusagen und ausgehandelte Kompromisse eingehalten und umgesetzt werden.
    Das heißt, Dockville nur mit Einhaltung der zugesagten zeitbezogenen Lärmgrenzwerte – also auch und gerade nach 22 Uhr.
    Wenn Bezirksparlament und -verwaltung ihre eigene Arbeit ernst nähmen, könnten die eigenen Beschlüsse nicht in dem Moment wieder gekippt werden, wo sie erstmals zur Anwendung kommen.

    2.

    Umwelt und Natur

    Warum gibt es das Dockville-Gelände eigentlich?
    Also, warum ist mitten im so flächenhungrigen Hamburger Hafen, am Reiherstiegknie – historisch Riusort – so eine schöne Freifläche?
    Weil es eine Altlast ist.
    Und zwar eine so große, dass der begierige Hafen bislang die Finger davon ließ. Im 2. Weltkrieg wurden hier Raffinerien zerbombt. Später wurde Sand darübergeschüttet. Die Bildzeitung(!) berichtete vor Jahren über Dioxin. Jetzt werden hier Kinder beschäftigt, es wird gezeltet und gefeiert. Nichtwissen hilft beim Spaßhaben.

    Und was ist da, wenn kein Festival stattfindet?
    Trotz der Belastung existieren auf dem Areal gesetzlich geschützte Biotope. Es gibt nämlich nach geltender Rechtslage sozusagen automatische Naturschutzgebiete. Sinn davon ist es, bedrohte Lebensgemeinschaften effektiv zu schützen. Das Ausweisen von Naturschutzgebieten ist ein langwieriger Prozeß – bis Rechtswirksamkeit erreicht ist, sind die schützenswerten Lebewesen vielleicht schon vernichtet. Dagegen helfen – entsprechend Bundes- und Landes-Naturschutzrecht – die gesetzlich geschützen Biotope, die allein aufgrund ihrer Existenz geschützt sind, also nicht vernichtet werden dürfen. Dazu gehören z.B. naturnahe Gewässer, Röhrichte oder Trockenrasen. Über Ausnahmen entscheidet die zuständige Naturschutzbehörde, hier das Naturschutzamt der BSU. Womit schon ein Problem auftaucht: Die Umweltbehörde wurde von der Baubehörde einverleibt, das Naturschutzamt ist jetzt Teil der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt BSU, die auch für Lärmschutz zuständig ist, die im Stadtteil neue Autobahnen bauen will und die vor allem für den Sprung über die Elbe steht und sich als eigene, privatisierte Ausgründung die IBA hält.
    Dockville ist gut für die Aufwertungspolitik, mit der Wilhelmsburg überzogen wird. Dockville erzeugt die gewünschten Positiv-Images. Da muss der Naturschutz mal ein wenig zurückstehen. Und tatsächlich: die gesetzlich geschützen Schilfröhrichte binnendeichs (da wo gezeltet wird), sind bis auf die Erdschürfe abgemäht, die geschützten Trockenrasenbereiche außendeichs (die eigentliche Veranstaltungsfläche) sind zerfahren oder es sind Zelte und Bühnen draufgebaut. Es wird leider mal wieder kein Personal zur Überwachung der Auflagen zur Verfügung gestanden haben...

    Aber Dockville hat ein gutes Gewissen: Sie wissen, dass die Biotope da ja sowieso alle wegkommen, wegen der Planungen – und also können da auch locker schonmal Zelte draufgestellt werden.
    Allerdings macht es schon einen Unterschied, ob die geschützten Biotope jetzt gleich schon schnell aus Versehen beseitigt werden oder ob sie noch vorhanden sind, wenn Port Authority (oder die BSU) dort umstrukturieren. Denn nur existente geschützte Biotope sind geschützt und müssen bei Beseitigung ausgeglichen werden. Was weg ist, ist weg. Von einem fliegenden Partyhändler wird man keinen Ersatz für die Biotope fordern können, schließlich ist die Veranstaltung ja genehmigt gewesen (wenn auch vielleicht im Detail etwas anders). Wenn aber später die Fläche dauerhaft bebaut wird, egal, ob Hafen oder IBA/igs es tun, wird es billiger: Es muss kein Ausgleich für die geschützten Biotope mehr gezahlt werden. (Beispiel zur Verdeutlichung: Die Trockenrasen-Flächen nördlich des Reiherstiegknies, südlich-bei der Neuhöfer Str, die vor kurzem von einer Spedition bebaut wurden, haben die Firma einen hohen 6-stelligen Betrag für den Ausgleich gekostet.)
    Dockville dabei als nützliche Idioten zu bezeichnen – das mögen sie gar nicht – wäre nicht ganz korrekt: Bei Idioten wäre davon auszugehen, dass sie nicht wissen, was sie tun.

    3.

    Kinderarbeit...

    ...ist in unserem Lande verboten.
    Ladenketten bekommen Imageprobleme, wenn herauskommt, dass ihre Billigwaren von Kinderhänden produziert wurden; eine gewisse öffentliche Aufmerksamkeit ist gegenüber der Thematik vorhanden.
    Wer allerdings auf der Leuphana (privatisierte Uni Lüneburg) gelernt hat, weiß nicht nur wie man anderen Kosten erspart, nein, man weiß sich auch selbst Vorteile zu verschaffen:
    Zum Beispiel durch Kinderarbeit!
    Es muss nur ein besonders kreativer Umgang damit gefunden werden.
    Denn wenn angeboten wird, dass Eltern für ihrer Kinder Arbeit nichts bezahlen müssen, wird aus der (noch nicht mal entlohnten!) Kinderarbeit plötzlich ein herausragendes soziales Engagement. Niemand merkts; alle sind dankbar für so viel Altruismus. Die Kinder sind in den Ferien sinnvoll beschäftigt und bauen kostenlos die Staffagen fürs Festival. Und wenn, damit das Ganze nicht so fadenscheinig wird, für die Kinder auch noch etwas angeboten wird, das nicht direkt verwertbar ist – so ist es doch wenigstens geschickte frühzeitige Kundenbindung.

  • Wilhelmsburger Sonntag im September fällt aus

    da der Sommer viele von uns in alle Winde zerstreut hat, fällt der Wilhelmsburger Sonntag im September aus. Wie´s im Oktober weitergeht, wird noch mitgeteilt

  • Eine Gesellschaft für alle? - Perspektiven für die Stadtteilpolitik in Wilhelmsburg

    Unter diesem Titel lädt die Linksjugend (solid) am 29.06.09, 19.30h zu einer Podiumsdiskussion in das Bürgerhaus Wilhelmsburg (Mengestraße 20)
    Nach ihrer Meinung zum Thema gefragt werden:
    Arbeitskreis Umstrukturierung (AKU) Wilhelmsburg
    Verein Zukunft Elbinsel e.V.
    Projekt Revolutionäre Pespektive (PRP)
    Linksjugend

  • Wilhelmsburger Sonntag zu Hartz IV und Wohnen

    nächstes Mal: Sonntag, 05. Juli - Wohnen und Hartz IV

    Von 16:00 bis 17:30 offener Mieterinnen- und Mietertreff für alle Ärgernisse im Mietverhältnis

    Ab 18:00: Wohnen und Hartz IV -
    Was bedeutet es für die Wahl der Wohnung, Bezieherin bzw. Bezieher von Hartz IV sein?
    Welche Möglichkeiten und Spielräume gibt es, worauf ist zu achten? Expertin vor Ort.

  • Recht auf Stadt, nicht nur am kommenden Wochenende!

    Vom 19.06-21.06.09 finden Versammlungen, Workshops und Aktionen zum Thema "Recht auf Stadt" im Centro soziale (auf dem alten Schlachthofgelände, Sternstr. 2, 20357 Hamburg) statt.

    Auch der AKU-Wilhelmsburg ist aktiv an der Durchführung beteiligt.
    Wir bietet einen workshop zum Thema Partizipation und Beteiligung in Stadtplanungsprozessen an. Als Beispiele dienen uns hier die zahlreichen Beteiligungs-Spielplätze auf der Elbinsel.
    Ein weiterer workshop beschäftigt sich mit dem Instrument des "community organizing".
    Am Sonntag gibt es einen eher gemütlichen Ausklang mit Brunch ab 11:00 Uhr und anschließenden Themenzentrierten Filmegucken.

    Ihr seid herzlich eingeladen vorbeizuschauen!

    Mehr Infos und das esamte Programm gibt es unter: www.centrosociale.de

  • Soli Umtrunk und Empire St. Pauli Film

    Am Freitag dem 3.7. ab 19Uhr machen wir eine Schicht im Lustigen Äffchen (Fährstr. 105) bei der wir den Film "Empire St. Pauli" (http://www.empire-stpauli.de/was.php) zeigen wollen.
    Die Getränkespenden werden für weitere Drucke unserer Broschüre "Die Insel denen, die darauf wohnen!" verwendet. Wer den Tag vorher brav den Teller aufisst und damit für gutes Wetter sorgt kann sich auf einen Abend im Innenhof freuen!

  • Rede von der Demo gegen Gentrifizierung

    Gesprächs Performance 13.06.2009

    An einem Kiosk in Wille

    A: Tschuldigung, kann ich hier ein paar Einladungen auslegen für ein Treffen für alle die Ärger mit ihrem Vermieter haben?

    L: Lass mal sehen....ja, kein Problem. Aber was wollt ihr eigentlich? Ich bin froh das hier im Stadtteil endlich mal was passiert. Bis jetzt waren wir immer nur der Scheißhaufen Hamburgs, jetzt werden wir endlich mal beachtet. Endlich sehen alle was hier für Potential ist. Für meinen kleinen Laden hier ist das gut.
    Und mal ehrlich, wer hat denn hier was dagegen das endlich mal die Wohnungen schöner gemacht werden? Weißt du was für Löcher das waren? Hat die SAGA ja ewig nix gemacht.

    A: Ja, das stimmt. Und jetzt ist das anscheinend anders. Alles soll schön werden aber die MieterInnen werden nicht gefragt und sind stinksauer auf die SAGA

    L: Werden doch gefragt, läuft doch super, gibt immer Versammlungen und so....und Ersatzwohnungen.

    Neuer Kunde: B:
    Läuft super? Läuft total gar nicht! Die sagen zwei Wochen vorher Bescheid, dass sie jetzt anfangen Deine Wohnung zu machen und als Ersatz kriegste wenn überhaupt nur Scheiße. Die wollen uns über den Tisch ziehen und hinterher können wir nicht mehr zurück oder sollen 80,- mehr Miete zahlen weil die Wohnung plötzlich größer ist. Ohne mich! Da nützt mir dann der schöne Name „Weltquartier“ auch nichts mehr.

    L: Klar weiß schon die SAGA ist unbeliebt....

    Kunde B: Die tun immer so als wären sie ein Wohlfahrtsverein dabei wollen sie auch nichts anderes als Geld an uns verdienen.

    L: Aber es muss doch Vermieter geben. Jemand muss doch Wohnraum bereitstellen.

    A: Aber muss damit Geld verdient werden? Kann doch nicht sein, dass die Leute mehr als die Hälfte von dem was sie verdienen für Miete ausgeben müssen. Ein Dach über dem Kopf ist ein fundamentales Recht! Eigentlich dürfte das gar nichts kosten!

    L: Ja ja, willst du mir jetzt was vom Kommunismus erzählen...

    A: Auf jeden Fall kannst Du jetzt nicht mehr sagen das wir gegen Veränderung wären.

    L: Hab ja nichts gegen Gerechtigkeit, aber man muss sich auch alle Seiten anhören...guck mal z. B. was die hier für schöne neue Spielplätze für die Kinder gebaut haben, ist nicht alles schlecht was hier passiert.

    A: Sagt ja niemand. Aber glaubst Du das wird für die Leute gemacht die jetzt hier wohnen? In dem neuen IBA-Image kommen doch viele der Leute die hier leben gar nicht vor. Hast du mal jemanden mit einer Dose Bier auf einen IBA Plakat gesehen, oder einen Einkaufswagen in einer Grünfläche? Gibt es alles nicht mehr im schönen neuen IBA Zeitalter! Da ist alles bunt und harmonisch!

    L: Also ICH kenne mein Viertel hier, harmonisch ist was anderes, ich meine die Leute haben alle möglichen Probleme. Kriege ich doch hier jeden Tag mit. Weiß nicht ob das die IBA Leute eigentlich wirklich interessiert. Die merken halt plötzlich das man hier was verdienen kann und wollen Investoren hierher holen. Na ja aber dafür muss es halt sauber hier sein und nett.

    A: Na dann doch lieber den Park wie er is, aber dafür ohne Zaun, Eintritt und Gartenschau Logo!

    L: War nicht immer alles gut hier, aber wir hatten wenigstens unsere Ruhe. Und jetzt wird hier alles umgepflügt und jeder erzählt uns das wäre gut für alle hier. Irgendwie geht das doch nicht. Von der Scheiße zum Goldesel, was für eine Karriere!
    Aber mal ehrlich, wenn wir uns das bieten lassen sind wir auch selbst Schuld!

    A: Müssen wir ja nicht. Es gibt MieterInnen Treffen, es gibt Rechtsberatungen, man kann immer was tun.

    L: Stimmt! Die Leute hier sind jetzt schon wütend. Freunde der Nacht, wenn die nicht aufpassen knallt das hier noch richtig.....unsere Schuld ist es nicht. Wir sind nicht doof, können auch denken und irgendwann reicht es...

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